Verkehrte Welt

9. Februar 2010 von haiopaia

„Also, wozu die ganze Aufregung – die Stadt kümmert sich nicht um die Acht, der Erzbischof nicht um die Exkommunikation, die Kleriker nicht um den Erzbischof und die Schöffen nicht um die Verbrecher. Ist doch alles wie immer!“
S. 51

„Du siehst erhitzt aus, Almut.!“ „Ich habe ja auch Jungfrauen in Nöten retten müssen.“ „Gab es Drachen unterwegs?“ „Nein, Ritter. [...]“
S. 97

Aus
Schacht, Andrea:
Der dunkle Spiegel : Roman. – München : Blanvalet, 2006. – 357 S.
(Begine-Almut-Bossart-Reihe ; Bd. 1)
Buch-Nr. 082641

Drachen+Wachen=Lachen

8. Februar 2010 von haiopaia

Pratchett, Terry:
Wachen! Wachen! : ein Roman von der bizarren Scheibenwelt / Aus dem Engl. von Andreas Brandhorst. – ungekürzte Taschebuchausg. – München [u.a.] : Piper, 2008. – 423 S.
Origianltitel: Guards! Guards!
ISBN 978-3-492-28630-5

Aus der Bibliothek von Ankh-Morpok wird ein Buch gestohlen. Mit diesem will eine geheime Bruderschaft einen Drachen beschwören, den Patritzier stürzen und einen neuen König auf den Thron setzen. Zu dumm nur das es dem Drachen in Ankh-Morpok ausgesprochen gut gefällt und er sich kurzer Hand selbst zum König krönen lässt. Während Vetinari die Gültigkeit seines Mottos: “Baue nie einen Kerker, in dem du nicht selbst übernachten möchtest” überprüft, bleibt der erwartete, strahlende Held aus. Und so muss die kleine Truppe der Stadtwache, rund um den alkoholsüchtigen Hauptmann Samuel Mumm, mit Hilfe der adligen Sumpfdrachenzüchterin Sybil Käsedick versuchen den Drachen zu vertreiben.
Wer mehr über den kausalen Zusammenhang von Drachen, Schätzen und Helden oder Chancen von 1 : 1 Mio. wissen möchte, sollte Wachen! Wachen! lesen, in dem Pratchett in seinem einzigartigen Humor Märchen und Fantasy parodiert.

4/5

Mietforderungen u.a. unerhörte Verbrechen

7. Februar 2010 von haiopaia

Man nennt sie “Palastwächter”, “Stadtwache” oder schlicht und einfach “Patrouille”. Der Name spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. In der Heroic Fantasy erfüllen die entsprechenden Männer immer den gleichen Zweck: Spätestens im dritten Kapitel (oder zehn Minuten nach Beginn des Films) stürmen sie ins Zimmer, greifen den Helden an (nicht zusammen, sondern immer nacheinander) und werden von ihm umgebracht. Nie hat jemand gefragt, ob sie Gefallen daran finden.
S. 5

“Mein Hauswirt unterdrückt mich auf gemeine und hinterhältige Weise. Immer wieder klopft er an die Tür und erinnert mich an die Miete, die ich ihm angeblich schulde, was natürlich frei erfunden ist. [...]“
S. 20

Es gibt viele schreckliche Anblicke im Multiversum. Doch für eine Seele, die an den subtilen Rhythmus einer Bibliothek gewöhnt ist, existiert kein schrecklicherer Anblick als ein Loch dort, wo sich eigentlich ein Buch befinden sollte.
S. 110

Außerdem suchte niemand nach dem gestohlenen Buch. Manchmal setzten Menschen seltsame Prioritäten…
S. 222

Wäre nur Hauptmann Mumm hier, dachte er. Er hätte ebenfalls nicht gewusst, worauf es jetzt ankommt, aber er hat einen größeren Wortschatz, um seine Verwirrung zum Ausdruck zu bringen.
S. 324

Während der Herrschaft des Psychoneurotischen Lord Schraubelocker verurteilte man mehrere Fledermäuse zum Tod, weil sie gegen die abendliche Ausgangssperre verstießen.
S. 385

Aus
Pratchett, Terry:
Wachen! Wachen! : ein Roman von der bizarren Scheibenwelt / Aus dem Engl. von Andreas Brandhorst. – ungekürzte Taschebuchausg. – München [u.a.] : Piper, 2008. – 423 S.
Origianltitel: Guards! Guards!
ISBN 978-3-492-28630-5

Drum prüfe wer sich ewig bindet …

6. Februar 2010 von haiopaia

Raye, Kimberly: Suche bissigen Vampir fürs Leben : Roman / Ins Dte übertragen von Bettina Oder. – Köln : LYX, 2009. – 342 S.
(Bd. 1)
Originaltitel: Dead End Dating
ISBN 978-3-8025-8168-7

In einer Gesellschaft in der das entscheidende Heiratskriterium für reinblütige Vampire die Fruchtbarkeit ist, ist Lil eine hoffnungslose Romantikerin. Sie gründet lieber eine Partnervermittlungsagentur für Vampire, Werwölfe und Menschen, als im Copy Shop ihres Vaters zu versauern. Doch kaum fangen die Geschäfte an zu laufen, taucht der attraktive, aber für Lil unstandesgemäße Kopfgeldjäger Ty auf. Er ist hinter einem Serienmörder her, der seine Opfer über Kontaktanzeigen und Partnervermittlungen sucht. Eine von Lils Klientinnen könnte sein nächstes Opfer sein.
Genauso witzig wie die Idee einer Partnervermittlung für Vampire klingt, ist das Buch auch geschrieben. Wenngleich Lil toleranter als die meisten Vampire ist und an Liebe statt an Orgasmusdurchschnittsraten glaubt, ist sie dennoch in ihrem Standesdenken verhaftet. Den liebenswerten aber überhaupt nicht dem Vampirideal entsprechenden Francis versucht sie zum Beispiel völlig umzukrempeln, um ihm reale Chancen auf dem Heiratsmarkt zu eröffnen. Am Anfang war ich ihr echt böse deswegen, denn Francis hat mich mit seiner originellen Verwandlung, als er von Halbstarken bedroht wurde, sofort für sich eingenommen. Aber Lil meint es immer gut, auch wenn sie manchmal über ihr Ziel hinaus schießt.

Ein typisches Chick-Lit Buch, von dem man keine Anregungen zum Nachdenken, dafür aber umso mehr Spaß erwarten kann, und das mit einigen originellen Einfällen überrascht.

4/5

Die einzige Wahrheit?

4. Februar 2010 von haiopaia

Picoult, Jodi:
Die einzige Wahrheit : Roman / Aus dem Amerikan. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. – 2. Aufl. – Müchen : Kabel-Verl., 2001. – 462 S.
Originaltitel: Plain Truth
ISBN 3-8225-0556-0

Klappentext:

Niemandem in der Amish-Gemeinde von Paradise kann sie ihr Geheimnis anvertrauen. Deshalb betet die junge Katie zu Gott, daß das hilflose Bündel vor ihr im Stroh für immer aus ihrem Leben verschwindet – und steht wenig später unter Mordverdacht.

Warum ich das Buch begonnen habe:
Eigentlich wollte ich „Beim Leben meiner Schwester“ von der Autorin, da das aber gerade nicht in der Bibliothek war, habe ich „Die einzige Wahrheit“ mitgenommen.

Warum ich es zu Ende gelesen habe:
Weil ich wissen wollte wie der Prozess ausgeht. Und weil mich Katie’s Gewissenskonflikt interessiert hat. Zwischen zwei Welten zu stehen – der Englischen und der Amischen – und in beiden Menschen zu haben, die man liebt. Wie wird sie damit klar kommen? Für welche wird sie sich entscheiden?

Wem es ich empfehle:
Allen die sich gern mit ernsteren Themen auseinander setzen, Leute die sich besonders für die Amisch interessieren.

Kurze Buchempfehlung

4. Februar 2010 von haiopaia

Seit einiger Zeit gibt es bei Unshelved die Book Reviews. Mit kurzen Empfehlungen. Ich finde die Idees super und habe mich entschlossen daran angelehnt die neue Kategorie “Kurze Buchempfehlung” aufzumachen. Hier soll es eine kurze Angabe zum Inhalt und die Antworten auf die Fragen: Warum ich das Buch angefangen und warum ich es zu Ende gelesen habe und Wem ich es empfehlen würde, geben. Aufnehmen werde ich in die Kategorie all jene Bücher, die es sonst wegen Zeitmangel oder Schreibblockade bei der Rezi nicht in meinen Blog geschafft hätten.

Mord im Mittelalter

3. Februar 2010 von haiopaia

Franklin, Ariana:
Die Totenleserin / Aus dem Engl. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. – München : Droemer, 2007. – 476 S.
Originaltitel: Mistress of the Art of Death
Buch-Nr. 091816

“Da kommen sie. Wir hören das klirren von Pferdegeschirr und sehen ein Stück weiter die Straße hinunter eine Staubwolke in die warme Frühlingsluft aufsteigen. [...] Aber einer unter ihnen, der ebenso fröhlich ist wie die Übrigen, hat Kinder getötet. Gottes Gnade wird keinem Kindermörder gewährt.”
Der Kindermörder von Camebridge wurde zunächst unter den Juden vermutet. Doch auch nach dem diese zu ihrem eigenen Schutz in der Burg eingeschlossen wurden, tauchen weitere Kinderleichen auf. Zur Unterstützung eines Detektivs bittet der König in Salerno um einen Arzt dem die Toten ihre Geheimnisse verraten. Keiner hat wohl damit gerechnet, dass er statt einem Arzt eine Ärztin bekommt. Am allerwenigsten Adelia selbst. Doch nun ist sie mit dem Ermittler Simon auf dem Weg nach Camebridge, um die grausamen Morde aufzuklären. Verdächtige gibt es genug. Was hat es zum Beispiel mit dem Steuereintreiber auf sich, dem gegenüber Adelia nicht kalt bleiben kann, obwohl er sich brennend für den Stand der Ermittlungen interessiert?

Der Steuereintreiber hat auch mir Probleme bereitet. Sein Name wird am Anfang nicht genannt, so dass ich ihn als er auftauchte mit jemanden andern verwechselt habe. Ariana Franklins Stil (z.B. Wir-Anrede siehe Zitat am Anfang) war zwar ungewohnt, fiel aber nach der ersten Seite schon nicht mehr auf. Das Buch lies sich gut und zügig lesen. Man begleitet Adelia und Simon bei ihren Ermittlungen, die für sie selbst gefährlicher werden, als sie ahnen. Die Verfolgungsjagd des/der Mörders nimmt nicht soviel Platz ein. Man erfährt außerdem wenig über die Verdächtigen und auch den/der Mörder, sondern lernt dafür vor allem Adelia kennen. Bangt und hofft mit ihr.

Ein spannender Krimi, der sowohl eigene Vermutungen bestätigt als auch mit unerwarteten Entwicklungen überrascht.

4/5

Fliegende Kühe

1. Februar 2010 von haiopaia

“Die Schule von Salerno gestattet Frauen, als Arzt zu praktizieren.”
“Das habe ich auch schon gehört”, sagte der Prior. “Salerno, hä? Aber ich hab’s nicht geglaubt, genauso wenig, wie ich glaube, dass Kühe fliegen können. Anscheinend muss ich von nun an auf Kühe am Himmel achten.”
“Das ist immer ratsam, Mylord.”
S. 40

Aus
Franklin, Ariana:
Die Totenleserin / Aus dem Engl. von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. – München : Droemer, 2007. – 476 S.
Originaltitel: Mistress of the Art of Death
Buch-Nr. 091816

Angehender Earl, Stallknecht und Ritter des Hosenbandordens

28. Januar 2010 von haiopaia

Gablé, Rebecca:
Das Lächeln der Fortuna : Historischer Roman. – Bergisch Gladbach : Ehrenwirth, 2001. – 1021 S. : Kt.
ISBN 3-431-03610-4

Nach dem Tod seines des Hochverrats bezichtigten Vaters, dem ehemaligen Lord of Waringham reist Robin aus der Klosterschule aus und wird Stallknecht auf dem ehemaligen Gut seiner Familie. Obwohl der neue Earl Robin wohlgesonnen ist, schikaniert sein Sohn ihn wo er nur kann. Robin verlässt das Dorf, kommt an den Hof des Schwarzen Prinzen und tritt später in den Dienst des Duke of Lancaster. Das Rad der Fortuna dreht sich und Lancasters Stern sinkt und steigt ebenso wie Robins.
Nach einigen anderen Büchern von Rebecca Gablé (Die Siedler von Catan, Die Hüter der Rose, Das zweite Königreich und Hiobs Brüder) habe ich jetzt endlich ihren ersten historischen Roman gelesen. Und wenn man die anderen kennt, merkt man ihm schon an, dass es der erste war. Ihr Humor, den ich an ihren anderen Büchern so mochte, kam erst in der zweiten Hälfte zum tragen. Und Robin konnte ich nicht so nah kommen, wie ihren anderen Protagonisten. Teilweise war mir die Distanz zu groß mit der von ihm berichtet wird, soll heißen, es kam mir an manchen Stellen so vor, als würde ich eine Zusammenfassung seiner Erlebnisse hören und ihn nicht dabei bekleiden. Über große Strecken konnte ich das aber schon.

Insgesamt ist es ein guter Roman. Man merkt eben das sich Rebecca Gablè (mit ihren anderen Romanen) weiterentwickelt hat.

3,5/5

Unverschämt ehrlich

26. Januar 2010 von haiopaia

“Tut es Euch auch leid, daß Ihr eine Vorladung vor das königliche Gericht ignoriert habt?” “Ich habe nie eine bekommen.” “Nein. Ihr habt Euch verleugnen lassen.” “Stimmt.” “Gott, Robin, Ihr solltet wenigstens soviel Anstand beweisen, es abzustreiten.”
S. 628 f.

“Ja, ja. Ihr seid wirklich betrunken.” “Das habe ich nie bestritten.” “Seid Ihr noch hinreichend Herr Eures Verstandes, um den portugiesischen Gesandten zu empfangen?” “Dabei wäre Verstand nur hinderlich.”
S. 676

Aus
Gablé, Rebecca:
Das Lächeln der Fortuna : Historischer Roman. – Bergisch Gladbach : Ehrenwirth, 2001. – 1021 S. : Kt.
ISBN 3-431-03610-4